Forstgenetik für Bayerns Wälder
Bayerisches Amt für Waldgenetik

Neuer Name, neue Schwerpunkte - aus ASP wurde AWG

Nachhaltige Waldbewirtschaftung hat das Ziel, die Biodiversität im Wald auf allen Ebenen zu erhalten.
ASP - Gebäude
Neue Herausforderungen im Klimawandel und die zunehmende Bedeutung der Waldgenetik als wichtigster Maßstab für die Anpassungsfähigkeit von Waldökosystemen haben es notwendig gemacht, die Schwerpunkte und Aufgaben des ehemaligen Bayerischen Amts für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) neu zu ordnen.
Hauptsäulen des Bayerischen Amts für Waldgenetik (AWG) sind "Angewandte forstgenetische Forschung" und "Herkunftsforschung". Wichtig dabei ist die Identifizierung von klimaplastischen Herkünften.

Neben der angewandten forstgenetischen Forschung und dem Versuchswesen wird mit dem Sachgebiet "Erhalten und Nutzen forstlicher Genressourcen" die Umsetzung des Generhaltungskonzepts sichergestellt. Die Umsetzung liefert einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der genetischen Vielfalt in Bayerns Wäldern.

Die Wahrnehmung hoheitlicher Tätigkeiten bleibt auch weiterhin der Garant für die erfolgreiche Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis.
Die in Deutschland einmalige Struktur - Vereinigung von hoheitlichen Aufgaben, Feld- und Laborforschung, Generhaltung und Wissenstransfer im Fachbereich - machen das AWG zu einem national und international gefragten Partner im Bereich "Forstliches Vermehrungsgut und Forstgenetik".
Durch die 50-jährige Tradition und wertvolle Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen wurden in den einzelnen Aufgabengebieten schon viele Erkenntnisse gewonnen, die in Zeiten des Klimawandels mit neuen Methoden und Forschungsansätzen weiterentwickelt werden sollen.

Aktuelle Projekte

P034
Erarbeitung von Herkunftsempfehlungen für Feldahorn, Flatterulme, Eibe und Speierling

P034_Eibenunterstand

Im Projekt P034 werden für die Baumarten Feldahorn, Flatterulme, Eibe und Speierling Herkunftsempfehlungen auf genetischer Grundlage erarbeitet. Bisher unterliegen diese Baumarten nicht dem forstlichen Vermehrungsgutgesetz, leisten aber einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und sollten bei zukünftigen Waldumbaumaßnahmen im Klimawandel berücksichtigt werden.   Mehr

AQUAREL
Anpassung der Traubeneiche auf Reliktstandorte

Traubeneiche (Quercus petraea)

Mit Erhöhung der atmosphärischen CO2-Gehalte stehen den mitteleuropäischen Wäldern trockenere und wärmere Sommer bevor. Belastungen wie z.B. Trockenstress werden mitunter zu einem Baumartenwechsel führen. Für die Erweiterung der Baumartenpalette auf trockenen Standorten gilt die Traubeneiche als vielversprechende Baumart, um Eschen und Stieleichen zu ersetzen.   Mehr

CorCed
Anbaueignung von Zedern und Baumhasel in Deutschland

Baumhasel von unten in die Krone

Der Klimawandel stellt alle Akteure der Wald- und Forstwirtschaft vor große Herausforderungen und ist für Förster/Innen und Waldbesitzer/Innen längst Realität geworden. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die spürbaren Folgen des Klimawandels. In besonders sensiblen Bereichen, in denen die heimischen Baumarten in ihrer Existenz bedroht sind oder werden, ist es notwendig, alternative Baumarten zu suchen.  Mehr

LifeGenMon
Forstgenetisches Monitoringsystem für Europa

Monitoringfläche Buche

Es gibt bis heute kein europaweit fest etabliertes System zur Dauerbeobachtung der Verteilung und Weitergabe der Erbinformationen in unseren Wäldern. Ein forstgenetisches Monitoring ist jedoch unverzichtbar, um Veränderungen im genetischen System und deren Folgen für die genetischen Strukturen unserer Wälder aufzuzeigen.  Mehr

GenMon
Genetisches Monitoring für Rotbuche und Fichte in Deutschland

Blühunterschiede bei Buche

Die genetische Vielfalt spielt für die Anpassung und das Überleben von Baumarten unter sich ändernden Umweltbedingungen eine große Rolle. Sie ist das Fundament für die langfristige Stabilität und Produktivität von Waldbeständen. Im Klimawandel wird ein häufigeres Auftreten von Extremereignissen wie z. B. Stürmen, Unwetter, Trockenheit und Spätfrösten erwartet.   Mehr

GenTree
Nachhaltige Nutzung forstgenetischer Ressourcen in Europa

Aufnahme von Versuchsflächen

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und einer sich weiterentwickelnden Nachfrage nach Waldprodukten und Walddienstleistungen hat das Projekt zum Ziel, den europäischen Forstsektor mit besseren Fachkenntnissen, Methoden und Werkzeugen für die Bewirtschaftung und nachhaltigen Nutzung von forstgenetischen Ressourcen (FGR) in Europa auszustatten.  Mehr

SUSTREE
Forstliches Saatgut über Grenzen hinweg

SusTree-Weißtannenzapfen

Wälder sind prägender Bestandteil unserer Landschaft. Sie sind Naherholungsort, Rohstofflieferant und reich an Artenvielfalt. Der Ursprung eines jeden Baumes liegt in seinem Samen und seine genetischen Eigenschaften bestimmen die Zukunft des Ökosystems. Ziel des Projekts ist es, den Saatguttransfer über Grenzen hinweg zu vereinfachen und Strategien für klimafitte Wälder zu entwickeln.  Mehr

Aus der Forschung

Baumkrone der Weißtanne mit vielen aufrecht stehenden Zapfen
  • "Erbgut der Weißtanne geknackt"
    Das enorm große Erbgut der Weißtanne ist von einem internationalen Forscherteam unter Beteiligung des AWG entschlüsselt worden.

Das Genom der Tanne ist entschlüsselt!

Neue Smartphone-App

Seedhunter_Foto
  • "Mit dem Smartphone in den Wald"
    Die App "Seedhunter" steht ab Oktober 2019 für Kinder und Jugendliche zum Download im App-Store zur Verfügung.

"Seedhunter"

"Die Zukunft des Waldes"

  • "Alternativbaumarten im Klimawandel"
    ausgestrahlt im Bayerischen Fernsehen in der Sendung "Unter unserem Himmel"

Fernsehbeitrag des AWG im BR-Fernsehen  Externer Link