Projekt
FraxGen - Auswahl, Charakterisierung, Erhalt vitaler Plusbäume und deren Nachkommenschaften sowie Anwendung von Resistenzmarkern

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Der Verlust der Esche aus der ohnehin beschränkten Palette einheimischer Waldbaumarten würde die künftige Risikostreuung in der Waldbewirtschaftung zusätzlich einschränken und wäre bei unvermindert schwerem Verlauf mit einem weitgehenden Verlust der auf die Esche spezialisierten Arten- und Lebensgemeinschaften verbunden.

Seit dem Auftreten des Eschentriebsterbens wird europaweit und auch in Deutschland intensiv dazu geforscht. Unterschiedlichste Forschungseinrichtungen führen Studien zu diesem Thema durch. Eine koordinierte Vorgehensweise zum Umgang mit dem Eschentriebsterben ist dabei unerlässlich.

Daher wurde ein neues Verbundvorhaben „Konzertierte Aktion zum langfristigen Erhalt der Esche als Wirtschaftsbaumart (FraxForFuture)“ ins Leben gerufen, dass sich aus fünf Unterverbünden mit insgesamt 28 Projektpartnern zusammensetzt.

Das AWG beteiligt sich im Projektverbund "FraxGen" an der Auslese gesunder Eschen in ganz Bayern. Die selektierten Eschen werden vegetativ vermehrt und in Klonsammlungen gesichert, um einen Beitrag zur Generhaltung zu leisten und in der Zukunft gesundes Vermehrungsgut erzeugen zu können.

Förderung

Logo des Projektträgers FNR
Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Projektträger für das BMEL ist die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Förderkennzeichen: 2219WK21B4

Laufzeit

1. Juli 2020 - 29. Februar 2024

Projektziele

Gesamtziel des Vorhabens ist ein abgestimmtes und koordiniertes Vorgehen gegenüber dem Eschentriebsterben unter Einbeziehung aller relevanten Fachdisziplinen. Diese reichen von der Erfassung des Eschentriebsterbens, zum Erhalt der Esche als Wirtschaftsbaumart sowie zum Umgang mit befallenen Beständen und Vorkommen. Daraus sollen zielgerichtete Aktivitäten entwickelt werden, um notwendige Entscheidungen für die zukünftige Bewirtschaftung der Esche treffen zu können.

Basis des gemeinsamen Vorgehens werden über das gesamte Bundesgebiet verteilte Monitoringflächen sein, auf denen augenscheinlich vitale Eschen ausgewählt werden. Die Auslese gesunder Plusbäume wird darüber hinaus auch in weiteren Gebieten mit hohem Befallsdruck durchgeführt.

Erste Schritte

Im genetischen Labor des AWG wird an der Auswahl und Validierung von Resistenzmarkern gearbeitet. Diese sollen an Eschen getestet werden, die auf Versuchsflächen des AWG hinsichtlich des Eschentriebsterbens schon seit Längerem beobachtet werden. Diese Versuchsflächen wurden 2013 angelegt und stetig erweitert und waren in Deutschland die ersten in dieser Form angelegten Flächen. Sie sind eine wertvolle Grundlage für die Erforschung von Resistenzmechanismen und deren genetische Veranlagung und können Grundlage für Erhaltungsmaßnahmen der Esche darstellen.

Die so entwickelten und getesteten Marker stellen eine wertvolle Unterstützung von Züchtungsprogrammen bei der Esche hinsichtlich der Auswahl von gesundem und genetisch variablem Material dar.

Kooperationspartner

  • Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Freiburg
  • Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, Hann. Münden
  • Staatsbetrieb Sachsenforst, Pirna
  • Georg-August-Universität, Göttingen
  • Humboldt-Universität zu Berlin

Weitere Informationen

Demonstrationsprojekt FraxForFuture

FraxForFuture entwickelt eine nationale Strategie für Forstpraxis, Politik und Forschung, damit sie sich gemeinsam und effektiv für die Esche einsetzen können. Dazu wurden fünf Forschungsverbünde eingerichtet, die unterschiedliche Forschungsschwerpunkte verfolgen. Die Verbünde bestehen jeweils aus mehreren Teilprojekten, die von verschiedenen Projektpartnern bearbeitet werden.

FraxForFuture - Gemeinsam für den Erhalt der Esche Externer Link

Projektverantwortlich am AWG

Dr. Barbara Fussi

barbara.fussi@awg.bayern.de