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Bewertung der Anbaueignung von Herkünften der drei mediterranen Eichenarten Flaumeiche, Ungarische Eiche und Zerreiche in Süddeutschland

Vorkommen Flaumeiche_GrafikZoombild vorhanden

Verbreitungsgebiet Flaumeiche
Quelle: Pasta et al. (2016)

Die Anpassung der Wälder an den Klimawandel ist die größte Herausforderung seit langem für unsere heimische Forstwirtschaft. Zurzeit werden unterschiedliche Anpassungsstrategien und Szenarien diskutiert. Vor allem die Trockenschäden bei der Buche von 2019 und 2020 zeigen, dass es keine Baumart gibt, die als Ersatzbaumart auf allen Standorten genutzt werden kann.

Bei einer Zunahme der Trocken- und Hitzeperioden wird es auch zu einer Verschiebung von Konkurrenzbedingungen kommen und der Anteil der geeigneten Standorte für wärmeliebende Eichenarten wird zunehmen. Neben den heimischen Eicharten werden zunehmend auch mediterrane Eichenarten diskutiert, die langfristig als Alternativbaumarten die Baumartenpalette erweitern können.

Förderung

gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Laufzeit

1. Juli 2021 - 30. Juni 2024

Hintergrund

Alternative Baumarten sollen in erster Linie zur Erweiterung der Vielfalt heimischer Baumarten dienen. Sie sind dort unverzichtbar, wo eine Verschiebung der Standorts- und Umweltbedingungen aus den Ökogrammen heimischer Baumarten stattfindet.

Die Anbauerfahrungen zu den im Projekt zu untersuchenden Eichenarten beruht bisher auf kleineren Vorkommen bei der Flaumeiche oder Anbauten von Zerreiche mit unbekannter Herkunft. Um eine Bewertung der Anbaueignung, Anbaufähigkeit und Wuchsleistung vornehmen zu können, sollten Herkunfts- und Standraumversuche in Süddeutschland aufgebaut werden.

Eichenblatt der Flaumeiche mit drei Eicheln

Flaumeiche
(Quercus pubescens)
Foto: Dr. Aas, Uni Bayreuth

Eichenblatt der Ungarischen Eiche

Ungarische Eiche
(Quercus frainetto)
Foto: Dr. Aas, Uni Bayreuth

Eichenblätter mit starker Einbuchtung

Zerreiche
(Quercus cerris)
Foto: Dr. Aas, Uni Bayreuth

Projektziele

Eine Grundlage zu schaffen, um mögliche trockenheits- und dürretolerante Eichenarten langfristig auf heimischen Standorten untersuchen zu können, ist Ziel des Projekts.

Dafür werden folgende Teilziele verfolgt:

  • Definition von Herkunftsgebieten mit der Methode der Analogklimate (AWG, LWF)
  • Aufbau einer Versorgung mit herkunftsgesichertem Vermehrungsgut (AWG)
  • Bewertung der phänotypischen Ausstattung von Saatguterntebeständen (AWG)
  • Anzucht des Pflanzmaterials und Anlage von Herkunftsversuchen in Bayern und Baden-Württemberg (AWG, FVA)
  • Identifikation von Standorten (Brennpunkten) in Bayern und Baden-Württemberg mit gegenwärtig hohem Ausfallrisiko heimischer Hauptbaumarten (LWF, FVA)
  • Etablierung von dauerhaften Versuchsanlagen nach Erfordernissen der Provenienzforschung
  • Aufbau von Standraumversuchen zur Untersuchung des Wuchs- und Resilienzverhaltens bei unterschiedlicher Bestandesdichte

Nutzen für die Praxis

Die Versuchsflächen können für die Erarbeitung von Herkunftsempfehlungen genutzt werden. Bereits nach den Bereisungen und Bewertungen möglicher Erntebestände können Vorschläge von Herküften für Praxisanbauversuche erarbeitet werden.

Daneben werden Kontakte zu Saatguthändlern im Herkunftsgebiet aufgebaut. Dadurch können die Forstbaumschulen herkunftssicheres und qualitativ hochwertiges Saatgut nach Deutschland einführen. Durch genetische Analysen kann jederzeit eine Überprüfung der Herkunftssicherheit vorgenommen werden.

Projektpartner

  • TU München, Lehrstuhl für Waldwachstumskunde
  • Stadt Alzenau
  • LWF Freising, Abteilung Boden und Umwelt
  • FVA Freiburg, Abteilung Waldwachstum

Weitere Informationen

Projektverantwortlich am AWG
Randolf Schirmer
E-Mail: randolf.schirmer@awg.bayern.de