EpiFrax
Erfassung epigenetischer Muster zur Bewertung des Resistenzpotentials der Esche gegenüber dem Eschentriebsterben

In der Vergangenheit haben gebietsfremde und ausbreitungsstarke Schadorganismen wie z. B. Eichenmehltau und Strobenrost oder die Erreger des Ulmen- und Erlensterbens zum Zusammenbruch der Populationen verschiedener Waldbaumarten geführt. Die Schwächung durch die mit dem Klimawandel einhergehenden abiotischen Stressoren macht Bäume zusätzlich anfälliger für eingeschleppte oder bisher koexistierende Krankheitsfaktoren.

Eschen in unterschiedlichem Alter auf einer Versuchsfläche

Förderung

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Förderkennzeichen: ST378

Laufzeit

1. Juli.2022 - 30. Juni.2023

Hintergrund

Die Esche hat eine weite Standortsamplitude und würde auf vielen Standorten mit den sich ändernden Klimabedingungen gut zurechtkommen. Dadurch wäre sie für die Anpassung der Wälder an den Klimawandel als mögliche Mischbaumart von großer Bedeutung. Durch die rasante Ausbreitung des Eschentriebsterbens im letzten Jahrzehnt ist jedoch ein hoher Schädigungsgrad bei den Bäumen zu beobachten und das langfristige Fortbestehen vieler Eschenbestände und sogar der Naturverjüngung ist unsicher.

Studien, die sich mit epigenetischen Mechanismen befassen, haben ein großes Potenzial, um die Anpassungen von Bäumen an verschiedene biotische und abiotische Bedingungen besser verstehen zu können.

Die Epigenetik befasst sich nicht mit der vorhandenen Erbinformation an sich, sondern damit, wie die Funktion der Gene durch Umwelteinflüsse verändert wird.


Dabei ist es die Kombination von Ergebnissen aus genetischen und epigenetischen Assoziationen mit den jeweiligen Genprodukten, die zu einem umfassenden Verständnis beitragen.

Projektziele

Dieses Projekt trägt durch die Erforschung von epigenetischen Mustern zum Verständnis der direkten Anpassungsfähigkeit und der phänotypischen Plastizität von Bäumen gegenüber einem Stressfaktor bei. Das grundlegende Resistenzpotenzial der Esche gegenüber dem Eschentriebsterben wird somit genauer beurteilt werden können und kann in Handlungsempfehlungen zum Umgang mit dem Eschentriebsterben einfließen.

Die gewonnenen Erkenntnisse leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Nutzung der forstlichen Genressourcen bei der Esche.

Vorgehensweise

In einer bestehenden Klonsammlung des AWG wurden über mehrere Jahre Eschen auf ihre Anfälligkeit gegenüber dem Eschentriebsterben untersucht.

Eschenpflanzen in Töpfen stehen zusammen in einer weißen KammerZoombild vorhanden

Foto: Renata Callegari Ferrari
Eschen in der Klimakammer der Uni Göttingen

Jeweils zwei gesunde und zwei anfällige Genotypen werden durch Pfropfung vermehrt und in Klimakammern der Universität Göttingen unter kontrollierten Bedingungen mit dem Pilz infiziert.

Kleine, nicht codierende RNA (miRNA) kann auf die Krankheitsentwicklung einwirken. Die Muster dieser microRNAs werden als epigenetische Mechanismen untersucht und mit Methoden und Ergebnissen des Forschungsprojekts FraxGen ergänzt. Als Probenmaterial dienen sowohl die Pflanzen aus dem kontrollierten Infektionsversuch als auch die gleichen Genotypen aus der Klonfläche.

Projektpartner

Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung

Weitere Informationen

Projektverantwortlich am AWG
Dr. Barbara Fussi
E-Mail: barbara.fussi@awg.bayern.de