Baum des Jahres 2015
Der Feldahorn

Der Feldahorn (Acer campestre) ist auch unter dem Namen Maßholder bekannt und war 2015 Baum des Jahres.
Feldahorn-Blatt
Mit Ausnahme der skandinavischen Länder ist er in ganz Europa verbreitet und zählt zu den seltenen Baumarten in Deutschland. Vornehmlich findet man den Feldahorn in den kollinen und submontanen Lagen der Mittelgebirgslandschaften und im Nordosten Deutschlands. Wegen seiner ökologischen Vorlieben werden höhere Lagen z.B. im Bayerischen Wald oder den Alpen nicht besiedelt.

Feldahorn-Blüte
In der Nord- und Nordwestdeutschen Tiefebene und in Südbayern ist er nur einzeln oder in kleinen Gruppen zu finden. Ob es sich dabei um natürlich Vorkommen handelt, kann nicht beantwortet werden, da der Feldahorn gerne in Gärten und als Straßenbegleitgrün gepflanzt wird und sich von dort natürlich verbreitet.

Im Rahmen des Projektes „Erfassung und Dokumentation genetischer Ressourcen seltener Baumarten in Deutschland (BLE, BMELV)“ wurden die Vorkommen und die Gefährdung des Feldahorns in Bayern erfasst.
Populationen mit weniger als fünf Bäumen, die als Genressource nicht bedeutsam sind, sowie Anbauten in Parks, Arboreten oder auf landwirtschaftlichen Flächen wurden dabei nicht berücksichtigt.

Verbreitung in Bayern

In Bayern wurden insgesamt 251 Vorkommen mit einer geschätzten Anzahl von über 427.000 Bäumen kartiert. Damit ist der Feldahorn im Vergleich zu anderen seltenen Baumarten relativ häufig anzutreffen.
Höhenverbreitung
Im bayerischen Verbreitungsgebiet besiedelt er vornehmlich Höhenlagen zwischen 200 m und 600 m (Schwerpunkt unter 500 m). In den Bayerischen Alpen sind jedoch auch Einzelfundorte bis etwa 800 m bekannt. Die Verbreitungsschwerpunkte in Bayern befinden sich in den wärmebegünstigten Lagen in Unterfranken, Mittelfranken und in den westlichen Teilen Oberfrankens.


Verbreitungsgebiete
Südlich der Donau wurden keine größeren Vorkommen gefunden. Entlang der Donau erstreckt sich seine Verbreitung bis Passau. Bevorzugt werden auch hier hauptsächlich wärmebegünstigte Standorte und Hartholzauen außerhalb der Überschwemmungsgebiete, oftmals in Gesellschaft mit der Elsbeere.

Da der Feldahorn nur Baumhöhen von durchschnittlich 15 m erreicht und dadurch nur eine geringe Konkurrenzkraft entwickelt, behauptet er sich vor allem in lichten Waldbeständen oder an Waldrändern.

Die genetische Analyse von 12 ausgewählten Populationen in Deutschland zeigte relativ hohe Unterschiede in der genetischen Vielfalt und Diversität zwischen den Vorkommen.

Gefährdungen und Empfehlungen

Der Feldahorn ist in seinem Bestand in Bayern insgesamt nicht gefährdet. Dennoch sollte er an Waldrändern und trockenen Standorten besonders gefördert werden, da er für die Artenvielfalt und Biodiversität eine wichtige Rolle spielt. Im Klimawandel könnte der Feldahorn zudem auf trockenheitsgefährdeten Standorten zur Walderhaltung beitragen.

Bei der künstlichen Einbringung sollte nur einheimisches Pflanzgut mit Herkunftsnachweis verwendet werden, um die regionalen Vorkommen zu erhalten und die autochthonen Herkünfte durch eine genetische Vermischung mit ungeeigneten Provenienzen nicht zu gefährden. Für die Erhaltung der autochthonen Vorkommen ist die Ausweisung von Erntebeständen und Generhaltungsbeständen sinnvoll.

Weitere Informationen

  • Ergebnisse für Deutschland sind dem Abschlussbericht auf der Homepage der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zu entnehmen.

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung  Externer Link