Projekt
AQUAREL - Anpassung der Traubeneiche auf Reliktstandorte

Traubeneiche (Quercus petraea)

Traubeneiche

Mit Erhöhung der atmosphärischen CO2-Gehalte stehen den mitteleuropäischen Wäldern trockenere und wärmere Sommer bevor.

Die neuen Belastungen wie z.B. Trockenstress werden mitunter zu einem Baumartenwechsel führen. Für die Erweiterung der Baumartenpalette auf trockenen Standorten gilt die Traubeneiche (Quercus petraea) als vielversprechende Baumart, um beispielsweise Eschen und Stieleichen zu ersetzen. Um langfristig klimastabile Wälder zu erhalten, eignen sich besonders Herkünfte autochthoner Vorkommen.
Dies sind Populationen die über mehrere Generationen im selben Habitat durch natürliche Verjüngung und ohne menschliches Zutun überlebt haben. Solche Reliktbestände der Traubeneiche findet man auf trockenen Standorten, die aufgrund ihrer schweren Zugänglichkeit meist nur extensiv bewirtschaftet wurden.

Förderung

Logo der FNR
Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Projektträger für das BMEL ist die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Förderkennzeichen: 28W-K-4-135-03

Laufzeit

1. Januar 2019 - 31. Dezember 2021

Projektziele

  • Erfassung autochthoner Vorkommen und deren genetische Vielfalt hinsichtlich ihrer Angepasstheit im Klimawandel
  • Herkunftsbestimmung und Zuordnung dieser Reliktbestände zu nacheiszeitlichen Rückwanderungswegen
  • Prüfung ihrer Autochthonie über molekulare Marker aus der Chloroplasten-DNA und populationsgenetische Analysen über neutrale DNA-Marker
  • Charakterisierung der Angepasstheit mit Hilfe molekulargenetischer Marker aus Kandidatengenen
  • Untersuchung von Nachkommenschaften der Versuchsbestände auf ihre stressphysiologischen Fähigkeiten

Vorgehensweise

Zunächst erfolgt die Auswahl putativer Reliktvorkommen der Traubeneiche in Süddeutschland und im Elsass. Vorgesehen sind 50 Bestände.
Es folgt die Beschreibung der Standortsbedingungen und Biodiversität, sowie die Prüfung ihres Reliktcharakters bzw. Habitattradition. Gewebeproben von 48 Bäumen pro Bestand werden im Labor genotypisiert und für populationsgenetische Analysen, auch an adaptiven Genorten, verwendet.
Aquarel - VerbreitungsgebietskarteZoombild vorhanden

Europ. Verbreitungsgebiet der Traubeneiche
Quelle: Euforgen.org

Die Trockenstressresistenz soll über stressphysiologische Untersuchungen getestet werden. Grundlagen für die Anlage einer Nachkommenschaftsprüfung werden erarbeitet, in der Eigenschaften hinsichtlich Wüchsigkeit und Qualität überprüft werden.

Suchräume für geeignete Bestände könnten z.B. die Fränkische Platte, die Fränkische Alb und das Keuperbergland sein.

Traubeneiche und Stieleiche - zwei ungleiche Schwestern

MerkmalTraubeneiche (Quercus petraea)Stieleiche (Quercus robur)
Standortansprüchetrockenes, nährstoffärmeres Hügellandwechselfeuchte, nährstoffreichere Auen
Kroneregelmäßiger, mehr geschlossenunregelmäßig, locker
Stammgerade, fast bis zum Wipfel aushaltend (wipfelschäftig)sich früher in starke Äste auflösend
Rindefeinergröber, dickborkiger
Blätter  
- Ansatz am AstBlätter gleichmäßiger am Ast verteiltBlätter gebüschelt
- Symetriein der Regel gleichhälftigin der Regel ungleichhälftig
- Öhrungin der Regel nicht geöhrtin der Regel deutlich geöhrt
- Behaarungstets auf der Blattunterseite behaartselten
- Interkalarnervenseltenzahlreich
- Stiellänge8 - 32 mm2 - 12 mm
Eichelnrundlich, in der Regel keine Streifenwalzenförmig, in der Regel dunkel längsgestreift
Fruchtstielkaum gestielt, traubig angeordnetlanger Stiel
Anordnung der Eicheln bei der Traubeneiche

Eicheln der Traubeneiche

Anordnung der Blüten bei der Traubeneiche

Blüte der Traubeneiche

Anordnung der Eicheln bei der Stieleiche

Eicheln der Stieleiche

Anordnung der Eicheln bei der Stieleiche

Blüte der Stieleiche

Traubeneichen-Bestand am Südhang des Fuderheubergs bei Bad Reichenhall

Traubeneichen-Bestand

Weitere Informationen

Projektverantwortlich am ASP
Dr. Barbara Fussi
Tel.: 08666 9883 44
E-Mail: poststelle@asp.bayern.de

Projektkoordinator
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Freiburg (FVA)
Projektpartner
Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF)