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Erarbeitung von Herkunftsempfehlungen für Feldahorn, Flatterulme, Eibe und Speierling

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Eiben-Unterstand, Foto: AWG

Im Zuge der sich ändernden Umweltbedingungen und im Jahr der Biodiversität 2019 gewinnt das Projekt „Erarbeitung von Herkunftsempfehlungen und Verbesserung der Erntebasis für die vier seltenen Baumarten Feldahorn, Flatterulme, Speierling und Eibe in Bayern auf genetischer Grundlage“ eine ganz besondere Bedeutung. Für den Umbau abgängiger Bestände brauchen wir auch geeignete Herkünfte heimischer seltener Baumarten. Das vom bayerischen Kuratorium finanzierte Projekt soll Grundlagen schaffen, um die Versorgung mit qualitativ hochwertigem Saat- und Pflanzgut sicherzustellen und damit Alternativen für den Waldumbau anbieten zu können.

Förderung

gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München

Laufzeit

1. Juli 2018 - 30. Juni 2020

Projektziele

Feldahorn, Flatterulme, Eibe und Speierling unterliegen bisher nicht dem Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG), so dass zur Gewinnung von Saat- und Pflanzgut keine Herkunftsempfehlungen zu beachten sind. Ziel des Projektes ist deshalb die Erfassung von Vorkommen und ihre Bewertung nach Qualität und genetischen Strukturen, um letztlich geeignete Erntebestände sowie Generhaltungsbestände ausweisen zu können.

Vorgehensweise

Auf Grundlage von bereits vorhandenen Kartierungen aus Vorgängerprojekten werden für ganz Bayern Vorkommen erfasst bzw. aktualisiert. Für die Auswahl der Vorkommen, die für eine genetische Analyse und damit als potentielle Saatguterntebestände in Frage kommen, werden bestimmte Kriterien angesetzt, wie z.B. Autochthonie, Vitalität, natürliche Verjüngung, Mindestbaumzahl und Brusthöhendurchmesser.

Ausblick

Die seltenen heimischen Baumarten leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und sollten bei zukünftigen Waldumbaumaßnahmen im Klimawandel berücksichtigt werden.
Die Erfassung von Vorkommen und deren genetischer Strukturen kann uns dabei helfen, sogenannte "genetische Landkarten“ zu erstellen, die die Basis für Herkunftsempfehlungen bilden.
Im Projektjahr 2019 liegt der Fokus auf den beiden Baumarten Flatterulme (Ulmus laevis Pall.) und Eibe (Taxus baccata L.).

Flatterulme

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Neben den bekannten Vorkommen tritt die Flatterulme immer wieder auch einzeln in Erscheinung. Vor allem entlang der Fluss- und Bachläufe scheint sie häufiger vorzukommen als aus bisherigen Kartierungen ersichtlich war. Diese erfassten Vorkommen sind oft stammzahlreicher und flächenmäßig größer als angegeben.
Die Flatterulme ist weniger stark vom Ulmensterben betroffen als die Berg- und Feldulmen. Trotzdem sind auch Gefahren für die Zukunft der Flatterulme erkennbar. Sie scheint recht deutlich an die Dynamik der Auen und an Grundwasser beeinflusste Standorte gebunden zu sein. Es fehlen jedoch immer öfter Rohbodenverhältnisse, wie sie kurzzeitige, kleinflächige Überschwemmungen schaffen, die für das Keimen der Flatterulmensamen so wichtig sind.

Deswegen waren kaum Bestände zu finden, in denen eine natürliche Verjüngung der Flatterulme ausreichend vorhanden ist. Aus diesem Grund ist es dringend notwendig, Saatguterntebestände auszuweisen, um geeignetes Vermehrungsgut der Flatterulme anbieten zu können. Phänotypisch und genetisch ist sie gut von den beiden anderen Ulmenarten abgrenzbar, was für die Artreinheit in zukünftigen Erntebeständen wichtig ist.

Eibe

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Die Hauptvorkommen der Eibe liegen im Fränkischen und Oberpfälzer Jura, im Bayerischen Wald und in den Alpen und Voralpen. Bei der Eibe sind die Vorkommen ebenfalls stammzahlreicher als zuvor angenommen.
Die Eibe tritt meist nur in Wäldern auf, die aufgrund der Geländeverhältnisse kaum bewirtschaftet werden. Hier entgeht sie den Folgen der geregelten Bewirtschaftung und gedeiht auch im Schatten der Altbuchen. Eine ausreichende Naturverjüngung war jedoch in den meisten Beständen auf Grund verschiedener Faktoren wie zum Beispiel geringe Fruktifikation der beschatteten Bäume, mächtige Buchenstreuauflage und Verbiss nicht vorhanden.

Um die besonders geschützte Baumart Eibe zu erhalten, sollte sie künstlich eingebracht werden.

Weitere Informationen

Projektverantwortlich am ASP
Dr. Eva Cremer
Tel.: 08666 9883 22
E-Mail: poststelle@awg.bayern.de