Mindeststandards für Praxisanbauversuche (PAV) in Bayern

Alternative Baumarten und deren Herkünfte der Kategorie 2 können über alle Waldbesitzarten hinweg in Form von Praxisanbauversuchen angebaut werden.
Für Baumarten der Kategorie 3 soll die Anlage eines Praxisanbauversuchs aufgrund des höheren Risikos und des geringen Kenntnisstandes nur eingeschränkt auf kleinen Flächen erfolgen.

Um ein einheitliches Vorgehen bei Anlage, Pflege, Dokumentation und Auswertung dieser PAVs zu gewährleisten, werden im Folgenden Mindeststandards festgelegt. Andernfalls besteht die erhöhte Gefahr, dass die Ergebnisse der PAV alternativer Baumarten bzw. deren Herkünfte nicht auswertbar und womöglich nicht miteinander vergleichbar wären.

Mindeststandards

Folgende Mindeststandards werden vorgegeben und sind bei der Anlage eines Praxisanbauversuches im Privat- und Körperschaftswald verpflichtend zu beachten:
  • Anbau einer vom AWG empfohlenen Herkunft (für Baumarten der Kategorie 2) und/oder dokumentierten nachvollziehbaren Herkunft (für Baumarten der Kategorie 3) auf einer Fläche bzw. einer Teilfläche des PAV. Die empfohlenen Herkünfte je Baumart werden vom AWG laufend aktualisiert.
  • Ein PAV kann aus verschiedenen Baumarten bzw. Herkünften bestehen
  • Empfohlene Flächengröße
    • Baumarten der Kategorie 2: Mindestgröße 0,05 ha, Maximalgröße 1,0 ha
    • Baumarten der Kategorie 3: Mindestgröße 0,05 ha, Maximalgröße 0,1 ha
    • Teilflächen für einzelne Baumarten bzw. Herkünfte sind innerhalb eines PAV möglich, sollen aber die Mindestgröße von 0,05 Hektar nicht unterschreiten
  • Empfohlener Pflanzverband
    • Nadelholz: 2 x 2 Meter
    • Laubholz: 2 x 1 Meter
    • Die Kulturfläche sollte möglichst quadratisch sein
  • Schutzmaßnahmen in Form eines Wildschutzzaunes sind obligatorisch
  • Betretungsrecht für Forschungseinrichtungen (AWG, LWF) sowie die Verpflichtung zur Pflege ist für die Dauer von 12 Jahren sicherzustellen (Antragsteller leistet hierfür Unterschrift).
  • Aufgaben des zuständigen Revierleiters:
    • Der PAV ist digital als forstlicher Förderfall (über BayWIS) zu erfassen
    • Eindeutiger Beleg der angebauten Herkünfte ist sicherzustellen
    • Eine regelmäßige Dokumentation durchgeführter Maßnahmen bzw. relevanter Ereignisse bzw. Beobachtungen auf der PAV-Fläche (mittels Datenaufnahmebogen) ist zwingend. Insofern ist dafür zu sorgen, dass der Waldbesitzer diese Dokumentation zuverlässig durchführt.
  • Die PAV-Flächen werden in einer zentralen Datenbank an der LWF erfasst