Forstgenetik für Bayerns Wälder

Dienstgebäude des Bayerischen Amts für Waldgenetik

Nachhaltige Waldbewirtschaftung hat das Ziel, die Biodiversität im Wald auf allen Ebenen zu erhalten.

Unsere Aufgaben sind

  • Angewandte forstgenetische Forschung
  • Herkunftsforschung
  • Erhaltung forstlicher Genressourcen

Die Wahl der geeigneten Baumart hat langfristige Folgen für die Stabilität der Wälder. Daher ist es besonders wichtig, dass im Rahmen von Herkunftsversuchen verlässliche Aussagen gewonnen werden, welche Baumarten und vor allem welche Herkünfte auf welchem Standort am besten wachsen. Die genetische Ausstattung, wie Struktur, Vielfalt und Diversität der empfohlenen Herkünfte muss deshalb bekannt sein.

Die Wahrnehmung hoheitlicher Tätigkeiten im Rahmen der Landesstelle garantiert die erfolgreiche Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis.

Aktuelle Projekte

QPFC
Bewertung der Anbaueignung von Herkünften der drei mediterranen Eichenarten Flaumeiche, Ungarische Eiche und Zerreiche in Süddeutschland

Vorkommen Flaumeiche_Grafik

Verbreitungsgebiet Flaumeiche
Quelle: Pasta et al. (2016)

Die Trockenschäden bei der Buche von 2019 und 2020 haben gezeigt, dass es keine Baumart gibt, die als Ersatzbaumart auf allen Standorten genutzt werden kann. Bei weiterer Zunahme von Trocken- und Hitzeperioden wird es zu einer Verschiebung von Konkurrenzbedingungen kommen und der Anteil der geeigneten Standorte für wärmeliebende Eichenarten wird zunehmen. Neben den heimischen Eicharten werden auch mediterrane Eichenarten diskutiert, die als Alternativbaumarten die Baumartenpalette erweitern könnten.   Mehr

TransFi
Etablierung eines Transferversuchs mit regionalen Fichtenprovenienzen als Grundlage für die genetische Langzeitbeobachtung im Bayerischen Wald

TransFi_Drähberger Hänge

Der Klimawandel führt zu einer deutlichen Verschiebung des Anbaugebiets der Fichte. Im Nationalpark Bayerischer Wald stellt sich die Frage, wie angepasste Hochlagenherkünfte in Zukunft auf wärmere Klimabedingungen reagieren werden. Durch den Borkenkäferbefall sind autochthone Herkünfte zusätzlich gefährdet.   Mehr

AcCarTi
Überarbeitung von Herkunftsempfehlungen und -gebieten sowie Verbesserung der Erntebasis für die Baumarten Spitzahorn, Hainbuche und Sommerlinde auf genetischer Grundlage

Hainbuchenstamm im Waldbestand

Durch Trockenheit und die Ausbreitung von Schadorganismen zeigen die meisten Hauptbaumarten erste Schäden auf. Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher. Spitzahorn, Hainbuche oder Sommerlinde haben bisher eine untergeordnete Rolle gespielt oder wurden als dienende Baumarten genutzt, weshalb deren Anpassungspotential nicht detaillierter untersucht worden war.   Mehr

FraxGen
Auswahl, Charakterisierung, Erhalt vitaler Plusbäume und deren Nachkommenschaften sowie Anwendung von Resistenzmarkern

gesunde Eschenkrone mit Belaubung

Der Verlust der Esche aus der ohnehin beschränkten Palette einheimischer Waldbaumarten würde die künftige Risikostreuung in der Waldbewirtschaftung zusätzlich einschränken und wäre bei unvermindert schwerem Verlauf mit einem weitgehenden Verlust der auf die Esche spezialisierten Arten- und Lebensgemeinschaften verbunden.   Mehr

sensFORclim
Klimasensitivität von Forstgenressourcen in Deutschland

sensFORclim_Grafik

Die Reaktion von Erntebeständen auf Klimaextreme ist bisher kaum untersucht worden. Bis heute sind in Deutschland die Standortseigenschaften der Erntebestände im Hinblick auf klimarelevante bodenphysikalische Parameter meist unbekannt. In der Forstpraxis werden jedoch gerade besonders tolerante Herkünfte diskutiert und nachgefragt. Im Rahmen des Projektes wird untersucht, ob es unter den heimischen Herkünften besonders klimatolerante Lokalanpassungen gibt.  Mehr

AQUAREL
Anpassung der Traubeneiche auf Reliktstandorte

Traubeneiche (Quercus petraea)

Mit Erhöhung der atmosphärischen CO2-Gehalte stehen den mitteleuropäischen Wäldern trockenere und wärmere Sommer bevor. Belastungen wie z.B. Trockenstress werden mitunter zu einem Baumartenwechsel führen. Für die Erweiterung der Baumartenpalette auf trockenen Standorten gilt die Traubeneiche als vielversprechende Baumart, um Eschen und Stieleichen zu ersetzen.   Mehr